Pakete annehmen für den Nachbarn? Das ist die Rechtslage!


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Für viele Menschen ist Pakete für den Nachbarn annehmen schon zur Gewohnheit geworden. Ohne nachzudenken, setzen sie ihre Unterschrift auf den Generator des Paketzustellers. Gerade in der Weihnachtszeit kommen vermehrt Pakete an und die Zusteller geben sich tagsüber die Klinke in die Hand. Viele von ihnen arbeiten bis spät in die Nacht hinein und so ist es dem Zusteller und dem Nachbarn gegenüber schließlich nur freundlich, wenn man die Pakete auch annimmt, oder? Doch dieser nette Zug ist manchmal gar nicht mehr so nett, wenn man erst einmal Probleme bekommen hat. Das Annehmen von Paketen ist meist nur eine Gefälligkeit, aber was passiert, wenn das Paket nicht abgeholt oder nicht bezahlt wird? Die rechtliche Lage sieht das nämlich alles ein wenig anders und wie anders, das schauen wir uns jetzt einmal an.

Wer seinen Nachbarn nicht kennt, sollte keine Pakete annehmen

Pakete beim Nachbarn abgeben, ist für die meisten Zusteller Gang und Gebe. Doch was genau ist eigentlich ein Nachbar? Laut Definition ist ein Nachbar jemand, dessen Haus oder Wohnung angrenzt und in der Nähe des Anderen ist. Doch der Begriff ist gar nicht so klar definiert, wenn ein Päckchen beim Nachbarn abgegeben wurde. Schnell begibt man sich auf die Suche und findet sein Paket doch nicht, weil nur „Nachbar“ angegeben wurde. Der Paketzusteller muss den Namen des Nachbarn mit aufschreiben. Ein Nachbar kann nämlich auch jemand sein, der 50 Meter weit weg wohnt, laut Definition mancher Paketzusteller. Klar ist nur, dass in einem Mehrfamilienhaus alle Hausbewohner als Nachbarn zählen und in einer Hochhaussiedlungen nur die Mitbewohner auf der Etage. Aber meist interessiert das den Paketzusteller nicht im geringsten und er versucht es trotzdem bei jedem. Ablehnen heißt es hier, denn wer seinen Nachbarn nicht ansatzweise kennt, sollte keine Pakete für ihn annehmen. Wenn es später nämlich herauskommt, dass Betrüger am Werk waren, haftet der, der das Paket angenommen hat. Ein Schadenersatz muss geleistet werden.

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Der, der das Paket annimmt, haftet auch dafür

Wenn das Paket schon angenommen wurde, muss man selbst dafür sorgen, dass der Nachbar das Paket auch erhält. Vor die Tür legen, ist keine Option, denn wenn es geklaut wird, haftet wieder derjenige, der bei der Post unterschrieben hat. Aus diesem Grund sollte das Paket immer mit in die Wohnung genommen werden. Wenn aber der Nachbar ausdrücklich fragt, ob das Paket vor der Tür abgelegt werden kann, dann haftet wiederum er, aber das muss natürlich auch erst einmal nachgewiesen werden. Ewig in der Wohnung behalten, darf man das Paket auch nicht. Zumindest dann nicht, wenn der Nachbar um die Annahme gebeten hat. Damit ist man einen Auftrag eingegangen und muss diesen auch erfüllen. Anders ist es, wenn man zufällig ein Paket annimmt, ohne dass zuvor gefragt wurde, ob man es annehmen darf, denn dann muss sich der Empfänger um den Verbleib des Pakets kümmern. Wer ein Paket für die lieben Nachbarn annimmt, sollte immer auch schauen, dass es heile ist. Wer ein kaputtes Paket annimmt, handelt fahrlässig und wird zur Rechenschaft gezogen. Dabei geht der Verkäufer und der Käufer davon aus, dass es bei dem Paketannehmer kaputt gegangen ist und die schwarze Karte liegt bei ihm. Um solch einem Vorgehen zu entgehen, am besten gleich ein Foto vom Paket machen und zeigen, dass es schon kaputt angekommen ist. Am besten ist es aber, ein äußerlich beschädigtes Paket gar nicht erst anzunehmen.

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Ersatzzustellung fordern

Wenn man selbst gar nicht möchte, dass ein Paket beim Nachbarn abgegeben wird, muss man dies bei der Post vermerken lassen. Dieser Vorgang kostet Geld, lohnt sich aber, vor allem wenn Pakete schon einmal verschwunden sind. Die Post vermerkt dann mit einem Aufkleber („Eigenhändig“), dass nur der Empfänger unterschreiben darf. Man kann aber auch eine Ersatzzustellung fordern zu einem Zeitpunkt, an dem man auch Zuhause ist, damit der Postbote gar nicht erst bei anderen Mitbewohnern klingeln muss.