Berufsunfähigkeit – Eine Versicherung, die hilft

Berufsunfähigkeit – manchmal passiert es schneller, als man denkt. Dann steht man da, ohne irgendetwas und ohne irgendjemanden, der einem unter die Arme greift. Kein schöner Gedanke. Den Traumberuf nicht mehr ausüben, generell nicht mehr arbeiten, kein Geld mehr verdienen – das alles beinhaltet die Berufsunfähigkeit.

malerin künstlerin staffelei bild

Sie ist eine der Horror- Vorstellungen von Arbeitnehmern, denn oft kommt sie unerwartet durch einen Unfall oder eine Krankheit. Der Betroffene hat keine Schuld, denn solche Dinge können einfach passieren.

Schlau ist, wer trotzdem vorsorgt, denn das private Desaster interessiert die normalen Versicherungen, die jeder besitzt nicht. Sie decken den Fall nicht ab. Es muss sich privat um eine Berufsunfähigkeitsversicherung gekümmert werden.

Doch das Angebot von Berufsunfähigkeitsversicherungen ist groß, wenn nicht sogar riesig. Der Überblick ist schnell verloren, denn hier und da locken Angebote. Doch die sollten bestens geprüft werden, denn im schlimmsten Zahl zahlt ihr ein und die Versicherung zahlt später nicht, falls etwas passieren sollte.

Von der Auswahl der Berufsunfähigkeitsversicherung bis zur Antragsstellung kann einiges schief gehen. Damit euch das nicht passiert, informieren wir euch heute umfassend. Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt? Wie bekommt man einen Überblick? Worauf müsst ihr bei der Antragsstellung achten? Und wie bekommt man sein Geld zurück?

Diese und weitere Fragen beantworten wir euch heute und geben euch einen guten Überblick über die Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Versicherung, die jeder haben sollte.

Berufsunfähigkeit – für wen lohnt sich die Versicherung?

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass nur Menschen, die einen schweren oder aufregenden Job haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen. Menschen eben, die Bergsteigen zum Beruf gemacht haben, als Dachdecker oder Maler ständig in luftiger Höhe stehen oder als Fluglehrer ihr Geld verdienen.

Die Sekretärin im Büro, die Dame, die die Kinder betreut oder der Mann, der täglich euren Kaffee serviert, braucht so etwas doch gar nicht. All diese Menschen setzen sich schließlich keiner Gefahr aus und müssen deswegen auch keine Angst haben, berufsunfähig zu werden, oder?

Doch tatsächlich haben diese Menschen mit ihrer wertvollen Arbeit genau das nötig. Eine Versicherung, die einspringt, wenn etwas schief geht. Schneller als ihr denkt, könnt ihr einen Unfall haben und nicht mehr richtig laufen. Wenn der Mann, der euch euren Kaffee an den Tisch gebracht hat, nicht mehr laufen kann, hat er ein Problem. Genauso auch die Dame, die eure Kinder im Kindergarten betreut oder die Sekretärin im Büro.

Oft tritt eine Berufsunfähigkeit plötzlich ein. Eine böse Krankheit, ein Unfall und schon kann der geliebte Beruf nicht mehr ausgeführt werden. Eine Berufsunfähigkeit ist schließlich nicht geplant, sondern etwas, das einfach passiert. Oftmals wenn ihr gar nicht damit rechnet.

Unsere Beispiele sollen euch ein bisschen sensibilisieren für dieses wichtige Thema, denn jeder kann von einer Berufsunfähigkeit betroffen sein. Für jeden ist es schlimm, den Beruf nicht mehr ausüben zu können. Oft muss umgeschult werden, meist in Berufen, die man sich nicht vorstellen kann, weil sie das Einzige sind, was noch gemacht werden kann.

Damit euch das nicht passiert, solltet ihr euch früh genug um eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmern. Für wen ist also die Absicherung mit dieser Art der Versicherung sinnvoll?

Vor allem Menschen, die kreative Berufe oder körperlich anstrengende Berufe haben, sollten abgesichert sein. Leider werden gerade für diese Berufe hohe Preise angesetzt, aber es lohnt sich. Manche Berufe wie Gleitschirm- Fluglehrer und Bergsteiger werden oft gar nicht versichert, weil das Risiko einer Verletzung hoch ist und die Versicherung kein Risiko eingehen möchte.

Generell braucht fast jeder diese Zusatzversicherung, denn eine Berufsunfähigkeit ist über die gesetzliche Rente NICHT abgesichert. Wer also den Beruf aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr ausüben kann, steht oft vor dem finanziellen Ruin. Mit Rücklagen ist auf lange Sicht nicht viel zu machen und so lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden.

Neben der privaten Haftpflichtversicherung ist sie die wichtigste Versicherung, die jeder braucht. Wichtig ist, sich in möglich jungen Jahren zu versichern, denn dann ist es auf lange Sicht am günstigsten. Schwierig wird es mit über 50 Jahren, denn dann wird weniger eingezahlt und vielleicht schneller ausgezahlt. Das bieten nur wenige Versicherungen an und die Raten sind oft hoch.

barrista kaffee restaurant café

Wie finde ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Zuerst solltet ihr euch aber einen Überblick über die Anbieter verschaffen. Einfach ist das nicht, denn, Berufsunfähigkeitsversicherungen werden von vielen Anbietern angeboten. Generell sollten private Berufsunfähigkeitsversicherungen Rentenzahlungen bieten, wenn ihr berufsunfähig werdet. So werdet ihr monatlich gut versorgt.

Einen Überblick verschafft ihr euch am besten bei dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Auch Verbraucherzentralen informieren über diese Art der Versicherung und das vor allem auch in einem persönlichen Gespräch. Dabei will euch niemand etwas aufquatschen, denn es handelt sich nicht um eine Versicherung, die ihr Produkt anbieten will, sondern um eine unabhängige Verbraucherzentrale.

Auch die regelmäßigen Bewertungen von Stiftung Warentest sind zu checken. Stiftung Warentest arbeitet genauso unabhängig wie die Verbraucherzentralen und wird euch in keine Richtung drängen. Der Tarif sollte für euch übrigens ansprechend sein, sonst kommt ihr vielleicht später in Verzug mit den Zahlungen und da will schließlich niemand.

Die Versicherung ist gefunden, doch wie füllt ihr jetzt den Antrag aus? Viele Fragen müssen beantwortet werden und hier gilt: Nicht schummeln! Wer bei den Angaben jetzt schummelt, hat später das Nachsehen oder es kommt gar nicht erst zu einem Abschluss.

Für die Gesundheitsfragen solltet ihr euch Zeit nehmen. Auch müssen ambulante Behandlungen der letzte zehn Jahre oder alle Erkrankungen angegeben werden. Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Probleme mit den Fingern oder auch Migräne werden zur Sprache gebracht.

Lügen oder Verheimlichen bringt euch hier nicht weiter, denn spätestens, wenn es zum Versicherungsfall kommt, überprüft die Versicherung eure Angaben. Wenn der Kunde nun nicht wahrheitsgemäß geantwortet hat oder die Informationen unvollständig übermittelt wurden, besteht die Gefahr, dass die Versicherung nicht bezahlt. Erst nach einem Ablauf von zehn Jahren kann sich die Versicherung nicht mehr auf die Angaben berufen.

Wie viel Kosten entstehen und wie hoch ist die Absicherung?

Bei den Kosten gilt generell: Je riskanter der Beruf ist, desto teurer ist der Versicherungsschutz. Bei einer Büroangestellten kann die Versicherungspolice im Jahr rund ein Nettogehalt kosten. Je nach Risiko im Job kann es aber auch viel teurer werden. Dazu müsst ihr euch individuell Informationen einholen oder euch beraten lassen.

Bei aller Bereitschaft zur Versicherung solltet ihr aber immer darauf achten, dass ihr euch die Versicherung auch über den gesamten Zeitraum leisten könnt. Es bringt nichts, wenn ihr zwischendurch nicht für sie aufkommen könnt. Ihr solltet also lieber ein bisschen weniger investieren und dafür einen guten Schutz genießen.

Wichtig ist auch, sich rundum abzusichern. Dreihundert Euro Auszahlung im Monat reichen auf keinen Fall, wenn ihr wirklich lange in Frührente leben müsst, besonders nicht wenn ihr hohe laufende Kosten habt oder noch euer Haus abzahlen müsst. Das müsst ihr alles einberechnen.

Mit der Berufsunfähigkeits- Rente solltet ihr also nicht nur euren Lebensunterhalt bestreiten können, sondern auch die Krankenkasse sowie andere laufende Kosten abdecken können. Bei späteren Renten von 1.500 bis 1.800 Euro liegt ihr dann richtig.

Außerdem solltet ihr darauf achten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nur bis zu dem Punkt benötigt wird, bis zu dem ihr sowieso in Rente gehen würdet. Dann greift nämlich wieder die normale Rente. Bis dahin gilt es, die Zeit mit der Berufsunfähigkeitsversicherung zu überbrücken.

schleifen arbeit feile pferd

Kann ich die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Doch wenn man die Berufsunfähigkeitsversicherung ausgelaufen ist, ohne dass sie benutzt wurde, bekommt man dann sein Geld wieder? Und wie sieht es mit einer Kündigung aus? Grundsätzlich lässt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen. Allerdings lohnt sich das erst, wenn ihr in der Mitte eurer Laufzeit angekommen seid. Denn nur so bekommt ihr ein wenig Geld wieder zurück.

Außerdem sollte euch bewusst sein, dass wenn ihr einmal diese Versicherung kündigt, könnt ihr nie wieder eine abschließen. Niemand wird euch nehmen. Wenn ihr es sowieso schon bis zur Hälfte geschafft habt, könnt ihr die restliche Zeit auch noch abwarten.

Besser ist es nämlich, sie einfach auslaufen zu lassen. Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Renten- oder Kapitallebensversicherung gekoppelt ist, kommt es ganz automatisch nach dem Auslaufen des Vertrags zur Auszahlung.

Allerdings sollte euch hier bewusst sein, dass diese Leistung mitbezahlt wird. Wenn ihr also etwas wiederbekommt, habt ihr es in aller Regel auch selbst eingezahlt. Dadurch kommt es zu höheren Beiträgen, aber eben nur zu einem Bruchteil von Rückzahlungen. Diese Form der Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich also nicht unbedingt.