Handelskonflikt: USA erhebt Zoll in der EU

Seitdem Donald Trump an der Macht ist, werden immer wieder mehr oder weniger sinnvolle Gesetze erlassen. Der neueste Geniestreich des amtierenden Präsidenten der USA ist nun ein Schutzzoll auf Stahl und Aluminium.

Durch diese Aussage droht ein großer Handelskonflikt, denn der Zoll auf Aluminium und Stahl ist nichts, was die EU einfach wegstecken könnte. Viele Autoteile werden in den USA hergestellt und anschließend in die EU geliefert und mit den Zöllen würden sich die Kosten fast verdoppeln.

Doch damit nicht genug, wenn Trump wirklich diese Zölle einsetzt, wird die EU scharf darauf reagieren. Viele amerikanische Produkte, sei es nun Erdnussbutter oder Ahornsirup, werden nun wiederum mit Schutzzöllen belegt.

Daraus könnte ein immer währender Handelskonflikt werden, der immer mehr Zölle nach sich zieht, bis nichts mehr importiert oder exportiert wird. Abgesehen davon, dass Trump die heimische Wirtschaft ruiniert, ruiniert er dazu auch die in der EU. Eine kluge Entscheidung ist es so oder so nicht.

Heute wollen wir einen Blick darauf werfen, welche Produkte laut Trump neuerdings besteuert werden sollen, wo die Idee von den Zöllen überhaupt herkommt und was man als Verbraucher tun kann.

Amerika Trump USA

Doch woher kommt die Idee mit dem Zoll überhaupt?

Das Zollrecht stammt schon aus dem Mittelalter. Damals mussten vorbeikommende Reisende und Händler einen Zoll oder eine Maut abgeben, um eine Stadt zu betreten und die Waren dort anbieten oder eine Straße passieren zu dürfen.

Damals lag alles in der Hand des obersten Landherren oder einer Stadt, die sich auf das Land- und Stadtrecht berufen haben, um Zoll oder Maut zu erheben. Durch diese Einnahmequelle steigerten viele Adlige und Monarchen ihr Vermögen zusätzlich. Das Geld gaben sie dann wiederum aus, um Kriege oder ihren Hofstaat zu finanzieren.

Heute gibt es Stadtzölle natürlich nicht mehr, aber die Mautgebühren sind nach wie vor auf manchen Straßen vertreten, um sie in Schuss zu halten. Heute gibt es dafür aber sogenannte Wirtschaftszölle, die bei der Wareneinfuhr in ein Zollgebiet erhoben werden, um die Warenströme zu kontrollieren.

In der EU gilt der Zollkodex der Union. Er ist festgesetzt mit verschiedenen zollrechtlichen Vorschriften, die festlegen, wie und was verzollt wird. So gibt es einen gemeinsamen Zollkodex und Zolltarif, Rechtsvorschriften über das gemeinschaftliche System der Zollbefreiungen und internationale Übereinkünfte, die zollrechtliche Vorschriften enthalten, soweit sie in der Gemeinschaft anwendbar sind.

In Deutschland zum Beispiel gilt das europäische Zollrecht, das allerdings auch Spielraum für nationale Regelungen lässt. So gibt es eine Abgabenordnung, ein Zollverwaltungsgesetz, eine Zollverordnung und ein Zollfahndungsdienstgesetzt. Darüber hinaus werden Importzölle erhoben und eine Einfuhrumsatzsteier (Mehrwertsteuer), die manchmal auch den Einzelnen Privatkäufer hart treffen kann.

Zoll Container Einfuhr

Sinkt der Zoll, profitiert der Handelt

Als Donald Trump nun der EU gedroht hat, die Zölle zu erhöhen, wusste er garantiert nicht um das Ausmaß Bescheid – oder es war ihm schlichtweg egal. Allein im Jahr 2017 betrugen die gesamten abgegebenen Zölle an die USA von der EU knapp 2,8 Milliarden Euro.

Der EU-Kommission liegt eine vorläufige Liste mit rund 200 US-Waren vor, die alle mit Zöllen ausgestattet werden sollen. Die Liste betrifft aber nicht nur Aluminium und Stahl, wie angekündigt, sondern auch Agrarprodukte, Textilien und andere Industriegüter. Alles soll mit Schutzzöllen ausgestattet werden, sodass die USA noch mehr verdient. Doch tatsächlich ist es so, dass wenn der Zoll geringer ist, der Handel davon profitiert. Das sieht Trump natürlich nicht ein.

Darauf zu finden sind folgende Produkte:

  • Whiskey (Bourbon)

  • Mais- Produkte wie Popcorn

  • Tabak

  • Cranberries

  • Kidney- Bohnen

  • Erdnussbutter

  • Arbeitskleidung

  • Draht

  • Eisen

  • Motorboote

  • Türen

  • Fenster

  • Weißbleche

Wir könnten die Liste ewig fortsetzen, lassen dies aber fürs Erste im Raum stehen, da jedem das Ausmaß bekannt sein dürfte. Niemand möchte, dass diese Produkte fehlen, aber ebenfalls möchte niemand viel mehr Geld dafür bezahlen. Doch wie kann man sich nun als Verbraucher schützen?

Zoll Douane Schranke

Was kann ich als Verbraucher tun?

Generell ist der Zoll erst einmal dazu da, Produkte, die in jeweiligen Land illegal sind, aus dem Verkehr zu ziehen. Verunreinigte Lebensmittel, Feuerwerkskörper aus dem Ausland oder auch unsicheres Spielzeug aus fremden Ländern landet im Zollamt.

Doch darüber hinaus erhebt das Zollamt auch jedes Mal ordentlich Zoll, wenn die Produkte zusätzlich besteuert werden müssen. Das kann bei einer Stofflieferung bei Privatpersonen schon das doppelte vom ursprünglich gezahlten Preis sein und das zieht natürlich mächtig runder. Wer möchte da noch importieren? Wahrscheinlich niemand.

Doch viele Produkte gibt es in der EU einfach nicht und so muss aus dem Ausland bestellt werden. Das Einzige, was ihr machen könnt, ist euch vorher gut informieren, wie viel Strafzoll tatsächlich anfallen kann, wenn ihr ein Produkt bestellt und es tatsächlich in den Zoll gerät.

Viele Produkte werden aber vom Zoll auch gar nicht abgefangen. So lohnt es sich immer in den Bewertungen nachzuschauen, ob die Produkte potentiell abgefangen werden oder nicht. Generell könnt ihr aber davon ausgehen, dass sie abgefangen werden, wenn es große Pakete oder eine sehr große Menge an Waren sind.

Wenn ihr euch vorher informiert, erspart ihr euch das spätere Klagen. Manchmal hat man aber auch das Glück, dass die Waren doch vor Ort zu bekommen sind, nur eben ein bisschen teurer. So investiert ihr aber wiederum in eure heimische Wirtschaft und der Zoll, der auf das im Ausland bestellte Produkt erhoben wird, ist meist höher, als wenn ihr vor Ort einkaufen würdet.

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