Individuelle Gesundheitsleistungen – Welche Vorsorge macht wirklich Sinn?

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Ärzte sind manchmal recht schnell dabei, wenn es darum geht, gute Tipps zu geben, die etwas kosten oder Rechnungen zu stellen. Wir wollen hier natürlich nicht den Rat eures Arztes in Frage stellen, aber trotzdem solltet ihr manche Vorschläge zuerst einmal hinterfragen. Viele Ärzte empfehlen nämlich sogenannte IGel, Individuelle Gesundheitsleistung und rechnen dabei ziemlich dick ab. Jedem dritten gesetzlich Krankenversichertem wurden 2015 diese Leistungen angeboten und in drei von vier Fällen haben die Versicherten den Vorschlag auch angenommen. Das Problem hierbei: Die Kosten muss der Patient komplett selbst zahlen, denn die Zusatzangeboten gehören nicht zum Leistungsumfang der Krankenkassen. Das kann in manchen Fällen sehr teuer werden. Damit ihr wisst, in welchen Fällen, sich welche Leistungen lohnen, werfen wir heute einen ganz genauen Blick auf die Individuellen Gesundheitsleistung.

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Wie sinnvoll sind Thrombose- Check, Professionelle Zahnreinigung & Brustkrebsvorsorge?

Mit einer Thrombose ist nicht zu spaßen – das weiß jeder Patient. Beim Thrombose- Check wird überprüft, ob das Blut leicht gerinnt und so ein erblich bedingtes Risiko besteht, dass es zu Propfen kommen kann. Doch ist ein Thrombose- Check sinnvoll oder nur Abzocke? Fakt ist: Wer mit einem Verdacht auf Thrombose zum Arzt geht und dieser Verdacht sich bestätigt, bekommt die Leistung sowieso umsonst. Laut Studien gibt es keine Vorteile zu den Tests bei gesunden Menschen und so solltet ihr euch die 150 Euro lieber sparen. Ähnlich verhält es sich auch bei der professionellen Zahnreinigung. Hier zahlt ihr, je nach Dauer und Aufwand, 40 bis 120 Euro. Doch einen Nachweis, dass eine professionelle Zahnreinigung zum Erhalt des Gebisses beiträgt, gibt es nicht. Wer jedoch häufig an Zahnfleischentzündungen leidet oder einen Zahnersatz trägt, kann von der Reinigung profitieren. Für alle anderen lohnt sich diese zahnärztliche Leistung aber nicht. Anders ist es bei der Brustkrebsvorsorge. Dabei wird die Brust mit Ultraschall abgesucht. Wenn etwas gefunden wird, werden weitere Diagnoseverfahren eingeleitet. Diese Behandlung lohnt sich für Frauen, die ein knotiges Brustgewebe haben. So lässt sich schnell Brustkrebs ausschließen. Das Ganze kostet auch nur 20 bis 60 Euro und ist wirklich sinnvoll, wenn eine Mammografie noch nicht gezahlt wird.

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Sind Belastungs- EKG, Darmkrebsvorsorge & Augeninnendruck- Messung gute individuelle Leistungen?

Wer lange krank war oder lange Pause vom Sport gemacht hat, der kann seine Herzleistung mit einem Belastungs- EKG überprüfen lassen. Für diejenigen, die unter 35 Jahre alt sind, ist das sicher sinnvoll, aber wer keine Beschwerden hat, braucht auch kein EKG. Ab 35 Jahren gibt es das sogenannte „Check- Up 35“, das komplett von der Kasse gezahlt wird. Eine Darmkrebsvorsorge ist natürlich immer sinnvoll, wenn es um eine Darmspiegelung geht. Bei der neuen Darmkrebsvorsorge, die von der Kasse nicht getragen wird, geht es um einen verbesserten Stuhltest, der 30 bis 50 Euro kosten kann. Der Test misst in einer Stuhlprobe ein bestimmtes Enzym, das von Krebszellen gebildet wird. Vorteile gegenüber dem Blutstuhltest und der Darmspiegelung sind nicht erwiesen, also ist diese Leistung relativ sinnlos. Weiter geht es mit der Augeninnendruck- Messung, die dazu geeignet ist, dem Grünen Star vorzusorgen. Ab 15 Euro ist die Behandlung zu haben. Für Diabetiker und Bluthochdruckpatienten ist diese Behandlung sicherlich sehr sinnvoll. Doch nur den Augeninnendruck zu messen, ist sinnlos, um Schäden an der Netzhaut zu sehen. Dazu gehört auch eine Untersuchung des Augenhintergrunds, mit der noch einmal zusätzliche Kosten auf euch zukommen. Sinnvoll ist die Untersuchung aber allemal.

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