Keine Bearbeitungsgebühr für Kredite

Vor einigen Monaten haben die Oberlandesgerichte entschieden, dass Banken keine Bearbeitungsgebühren für Kredite verlangen dürfen. Nachdem die Sparkassen Revision eingelegt hatten, lag die letzte Entscheidung eigentlich beim Bundesgerichtshof. Die beklagten Sparkassen haben dann doch noch die Revision wieder zurückgenommen, wodurch das Urteil des OLG Dresden rechtskräftig geworden ist. Das hat die Chancen, bereits gezahlte Kreditbearbeitungsgebühren zurückzufordern, wesentlich erhöht.

Acht Oberlandesgerichte urteilen zugunsten der Bankkunden

Insgesamt hatten die Oberlandesgerichte Zweibrücken, Hamm, Celle, Bamberg, Dresden, Karlsruhe, Düsseldorf und Frankfurt/Main bei einer Klage der Schutzgemeinschaft für Bankkunden entschieden, dass Kreditbearbeitungsgebühren für Kunden nicht rechtens sind, da die Bearbeitung von Krediten nicht wirklich eine Dienstleistung am Kunden ist. In dieser Angelegenheit ist die Rechtsprechung eindeutig, laut dem Anwalt der Kläger und weist die Kunden darauf hin, dass sie gut beraten sind, die Gebühren zurückzufordern. Laut einer Pressemitteilung der Zeitschrift Finanztest wird der Bundesgerichtshof kein Urteil dazu fällen, die Kunden sollten aber dennoch ihr Geld zurückfordern. Wer nicht selbst gegen das Kreditinstitut vorgehen möchte, kann die Forderungen an die Schutzgemeinschaft für Bankkunden abtreten.

Obwohl acht Oberlandesgerichte entsprechend geurteilt haben, wurden bisher nur sehr wenige Gebühren an die Kunden zurückerstattet. Verbraucherschützer sind dazu bereit, die Erstattung einzuklagen, und bitten betroffene Kunden um Unterstützung.

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Lupo / pixelio.de

Viele Banken berechnen bei der Vergabe von Krediten Bearbeitungsgebühren zwischen zwei und vier Prozent der Kreditsumme. Das macht bei einer Kreditsumme von 20.000 Euro und einer Gebühr von 3,5% immerhin 700 Euro. Wenn Sie sich nicht im Klaren sind ob Sie eine Bearbeitungsgebühr gezahlt haben bzw. wie hoch diese war, dann sollten Sie in Ihrem Kreditvertrag nachschauen. Die entsprechende dort benannte Summe können Sie zurückfordern.

Für die Rückforderung existieren Vordrucke

Auf der Internetpräsenz von Stiftung Warentest ist ein Musterbrief hinterlegt. Es muss lediglich noch der Absender, die Adresse der betreffenden Bank sowie die Kreditsumme und Vertragsnummer eingefügt werden. Dann kann der Kunde den Brief ausdrucken, unterschreiben und absenden. Dabei muss jedoch die Verjährung beachtet werden. Kredite, die 2009 aufgenommen wurden, erfordern die Rückforderung der Bearbeitungsgebühr bis zum Jahresende 2013, erfolgte die Kreditaufnahme 2010 haben die Kunden Zeit bis zum Jahresende 2014.

Sollte Ihre Bank sich weigern, die Kreditbearbeitungsgebühr zu erstatten, wenden Sie sich in jedem Fall an die Verbraucherzentrale. Bei größeren Investitionen, beispielsweise einem Haus oder einem Auto, ist meist die Aufnahme eines Kredites notwendig. Banken und Sparkassen prüfen die Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern im Vorfeld ausführlich und gründlich. Meist gehen die Bankkunden weniger gründlich vor und lassen sich nicht ausführlich genug beraten. Dies betrifft insbesondere die Glaubwürdigkeit des Bankinstitutes. Auf jeden Fall ist es so, dass die Prüfung der Kreditwürdigkeit keine Dienstleistung am Kunden. Es ist daher also keine Angelegenheit, die der Kunde auch noch bezahlen muss.

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