Tierversicherung – sinnvoll?

Nicht nur Erdbeben, Menschen, Autos oder die Finger von Klavierspielern können zum Inhalt einer Versicherung werden. Im Gegensatz zu Gesichtern, die in aller Regel nicht mehr versichert werden, da man vielfach ja nicht mehr das Gesicht an sich, sondern den Rohstoff Botox versichern müsste. Und Botox ist, zumindest bisher, noch nicht versicherbar. Tiere sind dagegen durchaus versicherbar, sie nutzen schließlich kein Botox. Bei den Tieren geht es jedoch meist auch nicht um die Schönheit, sondern eher um ihre Gesundheit oder Schäden, die sie anrichten können.

Nicht jede Versicherung macht Sinn

Allerdings ist bei Weitem nicht alles sinnvoll, was man versichern kann. Das ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, außerdem kann man nicht immer alles nach Sinn und Unsinn bemessen, da Tierbesitzer durchaus bereit sind, alles für ihr Tier zu tun, was in ihrer Macht steht. Umso wichtiger ist die Frage, welche Tierversicherungen wirklich sinnvoll sind. Von Pferden abgesehen geht es bei allen Tierversicherungen um Haustiere. Vögel, Fische, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Katzen oder Hunde, alles ist versicherungsfähig.

spielende hunde
Winternitz / pixelio.de

Grundsätzlich unterscheidet man bei Versicherungen für Tiere zwischen zwei Arten, den Krankenversicherungen und den Haftpflichtversicherungen. Bei einer Tierhaftpflichtversicherung ist es von Bedeutung, welches Tier man besitzt. Schäden von Vögeln, Meerschweinchen, Kaninchen, Hamstern und Katzen sind bereits über die Privathaftpflicht des Tierhalters versichert, Fische verursachen eher selten Haftpflichtschäden, da sie das Haus praktisch nie verlassen, es sei denn in einem Plastikbeutel. Für alle diese Tiere macht es keinen Sinn, eine spezielle Haftpflichtversicherung abzuschließen. Bei Hunden sieht es anders aus.

Sie sind bei der Privathaftpflicht nicht mitversichert, können aber durchaus nicht unerhebliche Schäden anrichten – erleben Sie mal einen Hund, dem es gelingt, in eine Fleischerei einzudringen. Eine Hundehaftpflichtversicherung kann man daher unbedingt empfehlen. Ein weiterer großer Versicherungsbereich für Tiere betrifft Krankenversicherungen. Allerdings sind sie sehr umstritten, insbesondere wegen dem schlechten Preis-Leistungsverhältnis.

Je kleiner, umso unsinniger

Für Kleintiere dürfte sie daher wohl kaum sinnvoll sein. Vögel, Kaninchen und Hamster sind daher für eine solche Versicherung nicht geeignet. Wenn überhaupt, ist eine solche Krankenversicherung für Tiere nur für Hunden oder Katzen sinnvoll. Da diese Versicherungen jedoch auch nicht gerade preiswert sind, muss auch hier sorgfältig abgewogen werden. Es sind meist zwei Varianten an Krankenversicherungen im Angebot. Zum einen die Krankenvollversicherung sowie die OP-Krankenversicherung. Je nach Art und Rasse von Hund oder Katze ergeben sich bei der OP-Versicherung Kosten von etwa 20 Euro im Monat, bei einer Krankenvollversicherung können es bis zu 50 Euro werden. Hinzu kommen noch eventuelle Selbstbeteiligungen oder maximale Erstattungsbeträge pro Jahr.

Es kann also vorkommen, dass bei einer Krankenvollversicherung eine Selbstbeteiligung von 300 Euro zu zahlen ist und maximal 1000 Euro erstattet werden. Bei einem Monatsbeitrag von 50 Euro währen jährlich 600 Euro Prämie fällig, 300 Euro sind als Selbstbeteiligung einzuplanen. In diesem Fall haben Sie selbst jährlich 900 Euro zu zahlen und bekommen dafür von der Versicherung maximal 1000 Euro, macht eine positive Differenz von 100 Euro. Aber nur, wenn Sie die Versicherung auch tatsächlich in Anspruch nehmen müssen. Sollte dies nicht der Fall sein, haben Sie 600 Euro in die Luft geblasen. Die Versicherung ist also in jedem Fall ein Verlustgeschäft, wenn Sie diese nicht mindestens einmal in 6 Jahren in Anspruch nehmen. Es handelt sich somit nicht wirklich um eine sinnvolle Vorsorge.

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