Unglaublich günstige Ölpreise – Fluch für die Wirtschaft

Ölgewinnung Ölabbau Öl

In erster Linie freuen sich Autofahrer natürlich über die günstigen Ölpreise, die derzeit an jeder Tankstelle zu haben sind. Auch Heizöl ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Doch auf lange Sicht schaden die günstigen Ölpreise der Industrie. Öl wird auf Meeresböden und auch in der Wüste abgebaut, dafür sind die neusten Technologien und ein großer Aufwand notwendig. Modernste Geräte treffen auf viele Mitarbeiter, doch wenn der Preis so günstig bleibt, kann sich bald niemand mehr leisten, Öl abzubauen. Mittlerweile kostet Öl nur noch 20 Cent pro Liter und ist damit sogar günstiger als Mineralwasser aus Flaschen. Der günstige Ölpreis bringt viele Länder, Unternehmen und Branchen in Schwierigkeiten. Um 70 % ist der Preis bisher eingebrochen und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Wie sich das Ganze auswirken kann, verraten wir euch heute.

Tankstelle Gasstation Öl

Gründe für die günstigen Ölpreise

Zum Einen ist der Iran wieder im Ölgeschäft. Jahrelang durfte das Land kein Öl aufgrund von Sanktionen exportieren, doch nun wurde beschlossen, dass der Iran wieder mitmischen darf, wodurch der Ölpreis wegen der vielen Angebot sinkt. Zum Anderen ist die USA auch beteiligt. Sie arbeiten mit der neuen Fracking- Technologie und sind damit mittlerweile zum weltgrößten Öl- Produzenten aufgestiegen. Das passt Opec, der Organization of the Petroleum Exporting Countries, nicht und sie versuchen den Weltmarkt mit viel Öl und günstigen Preisen zu überfluten. Das Ergebnis daraus ist, dass die wichtigsten Ölsorten Brent und WTI so billig sind wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Tanken Tankstelle Öl

Große Verluste für die Wirtschaft

In Saudi- Arabien, das Land mit den weltweit größten Ölvorräten, entstand ein 100- Milliarden schweres Loch im Staatshaushalt, in Russland entstand ein Rekordtief und auch die Börse spielt verrückt. Experten erwarten eine Pleitewelle von Ölförderern und Minen- Besitzern. Der Internationale Währungsfonds befürchtet sogar, dass das globale Wachstum entgleisen könnte. Besonders Russland ist betroffen. Das Land ist abhängig vom Rohstoffgeschäft und generiert rund die Hälfte seiner Einkünfte durch den Ölexport. Diese Einnahmen brechen nun weg und haben schon für wirtschaftliche Einbußen von 3,7 % gesorgt. Russland hat nun Angst, dass sie wieder zahlungsunfähig werden und durch die Weltbank gerettet werden müssen. Aber auch allen EU-Länder verspricht der günstige Ölpreis nichts Positives: Der Euro wird vom Preisverfall in Mitleidenschaft gezogen und dämpft die sowieso schon niedrige Inflation. Jetzt schon steuert die Europäische Zentralbank gegen, damit keine Abwärtsspirale entstehen kann und es zu einer Deflation kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Ölpreis sich bald wieder einpendelt.

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