Was tun, wenn die Rente nicht reicht?

Ein Haus in der Toskana, eine kleine Hütte auf Hawaii oder doch lieber eine Berghütte in den Alpen? Viele Menschen haben eine ganz verklärte Vorstellung von ihrem Alterswohnsitz und ihrem dazugehörigem Geld. Sie malen es sich in den schönsten Farben aus, haben aber jetzt noch gar nicht vorgesorgt, damit es später überhaupt einmal so sein kann.

Wer heute nicht an morgen denkt, wird es spätestens im Alter bereuen. Im Alter ist eine hohe Rente und damit ein sorgenfreies Leben nicht immer erreichbar. Nicht alle Rentner können sich bequem in einen Schaukelstuhl legen und den letzten Lebensabschnitt im Ruhestand genießen. Der ruhige Lebensabend, mit guten Freunden, einem Glas Wein, einer Veranda und Sonnenschein scheint manchen verwehrt.

Renten auf Hartz IV Niveau sind keine Seltenheit. Auch wenn ihr jahrelange gearbeitet und immer eure Steuern gezahlt habt, heißt das nicht, dass ihr auch für das Alter ausgesorgt habt. Die Ursachen für die kleine Rente sind vielfältig wie die Menschen selbst.

Wer nur wenig Stunden abgeleistet, nicht viel verdient und dementsprechend auch nicht viel eingezahlt oder wer viele 400 Euro Jobs, aber wenig richtige Jobs hatte, sollte anfangen sich Gedanken zu machen – und zwar bevor es zu spät ist.

Doch was tun, wenn ihr schon im Ruhestand seid? Eigentlich wollt ihr ihn genießen, aber das geht nicht, denn es ist nichts über zum Genießen. Ihr kommt ganz knapp über die Runden und das auch nur, wenn ihr jeden Tag nachrechnet. Manchmal reicht das Geld noch nicht einmal richtig für die Miete und wenn wird es mit dem Essen knapp.

Was könnt ihr also tun, wenn die Rente nicht reicht? Wir gehen dem Ganzen auf den Grund, verraten euch, warum die Rente nicht reicht und welche Gründe es hat, dass ihr so wenig Rente bekommt. Außerdem verraten wir euch, welche Leistungen ihr beantragen könnt, damit die Rente wieder reicht und ihr wunderbar über die Runden kommt. Das könnt ihr machen, wenn die Rente nicht reicht!

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Warum reicht die Rente nicht?

Wer nur eine gesetzliche Rente besitzt und privat nicht vorgesorgt hat, steht am Ruhestand oft vor einem Rätsel. Wie kann die Rente nicht reichen, wenn ihr doch euer ganzes Leben gearbeitet habt? Jede Tag seit ihr losgezogen, habt eure Arbeit verrichtet, die ihr geliebt oder gehasst habt. Auf jeden Fall habt ihr bis zum Ende durchgehalten und nun steht ihr da und könnt euch gar nichts leisten.

Wie sollt ihr das Rentenalter genießen, wenn ihr nichts unternehmen könnt? Nicht einmal für eine schöne Wohnung reicht es, geschweige denn für ein leckeres Essen. Doch warum reicht die Rente eigentlich nicht? Und das nicht nur bei Menschen, die einen 400 Euro Job hatten, sondern auch bei denen, die das ganze Jahr ihre kompletten acht Stunden abgeleistet haben?

Wer seinem Renteneintritt entgegenfiebert und seinen wohlverdienten Ruhestand genießen möchte, sollte beachten, dass sich die Rentenversicherung in Deutschland maßgeblich verändert hat. Seit der Nachkriegszeit bietet sie nicht mehr die Sicherheit, die sich von ihr erhofft wird. Besonders Frauen haben wegen der Zeit Zuhause, in der sie die Kinder hüten und nicht arbeiten gehen, oft Probleme im Alter abgesichert zu sein.

Doch wie hoch ist eure Rente eigentlich? Einmal im Jahr bekommt ihr einen jährlichen Rentenbescheid von der Deutschen Rentenversicherung Bund. An alle Mitglieder des gesetzlichen Rentensystems wird die Information verschickt, wie viel Rente sie zur jetzigen Situation im Alter bekommen würden.

Um jedoch den vollen Rentenpunkt zu bekommen, müssen rund 35.000 Euro Bruttoeinkommen erarbeitet werden. Wer über 40 Jahre hinweg dieses Bruttoeinkommen erzielt hat, würde eine hochgerechnete Rente von rund 1.200 Euro bekommen – aber eben auch nur dann.

Da die meisten Menschen nicht jedes Jahr den vollen Rentenpunkt erreichen, bekommen sie auch nicht die entsprechende Rentenhöhe. Sie kann stark schwanken, besonders wenn Arbeitslosigkeit oder Mini- Jobs geleistet wurden. Auch geringe Arbeitszeiten statt Vollzeit oder geringe Einzahlungen in die Rentenkasse sorgen dafür, dass die Rente sehr klein ausfällt.

Wer einen Blick in seinen Rentenbescheid wirft, sieht schnell, dass die Rente nicht für eine Lebenssicherung reicht. Bedenken solltet ihr auch, dass die Rente zusätzlich besteuert wird und dass die Lebenshaltungskosten stetig steigen. Wer also 600 Euro bekommt, hat später wirklich ein Problem. Doch was kann man tun, um die Rente auch nach Antritt noch zu erhöhen? Welche Leistungen gibt es, die Rentner unterstützen?

Welche Leistungen unterstützen Rentner mit geringer Rente?

Die Rente reicht vorne und hinten nicht. Das ist leider in vielen Fällen die Realität. Oftmals sind Frauen betroffen, weil sie finanziell abhängig vom Mann sind und lange Zeit Zuhause verbracht haben. Der Mann dachte, er sichert die Frau ab, die Frau war damit einverstanden und am Ende trennt er sich und sie hat keinen gesicherten Lebensabend mehr.

Doch was könnt ihr tun, um diesem Szenario zu entgehen? Für ein nachträgliches Einzahlen ist es schon zu spät, denn ihr seid schon in Rente. Doch was könnt ihr tun, wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht?

Oft werden aus falscher Scham keine Sozialleistungen beantragt. Mit ihnen kann aber der Lebensunterhalt gesichert werden. Es ist nämlich nicht nur so, dass Arbeitslose Sozialleistungen bekommen können, sondern auch Rentner. So wird zumindest ein Teil abgesichert und ihr könnt beruhigter schlafen.

Welche Sozialleistungen können neben der Rente angerechnet werden?

Wenn die Rente im Alter nicht ausreicht, fragt ihr euch sicher, wie ihr davon leben sollte. Da die Lebensunterhaltungskosten jedes Jahr steigen, wird es nach und nach schwieriger mit einer nur kleinen Rente über die Runden zu kommen. Auch wenn es jedes Jahr Rentenanpassungen gibt, heißt das noch lange nicht, dass sie auch ausreichend sind.

Der Gesetzgeber ist nur dazu verpflichtet, das Existenzminimum zu sichern, darüber hinaus muss er nichts leisten. Das Existenzminimum ist aber schon mit einer sehr kleinen Rente gesichert, auch wenn ihr euren Lebensstandart damit nicht aufrecht erhalten könnt.

Doch es gibt Sozialleistungen, die euch helfen, im Alter über die Runden zu kommen. Es gibt Rentenberater und Fachkräfte, die sich mit dem Thema auskennen und gern zurate gezogen werden können. Dabei geht es nicht um Almosen, sondern darum, den Betroffenen zu helfen.

Ihr habt folgende Möglichkeiten, eure Rente aufzubessern, ohne Arbeiten zu gehen:

  • Wohngeld oder Wohngeld bei Behinderung

  • Grundsicherung neben der Altersrente

  • Rundfunkbeitragsbefreiung

  • Pflegegeld und -leistungen

  • Persönliches Budget (bei Behinderungen)

Wohngeld oder Wohngeld bei Behinderung

Wer nur eine geringe Rente hat und die Wohnung zusammen mit Nahrung und anderen Kosten nicht bezahlen kann, dem bleibt die Möglichkeit zum Wohngeld. Auch Studenten und andere können Wohngeld beantragen, also handelt es sich hier definitiv nicht um Almosen vom Staat.

Eine Einkommensgrenze gibt es beim Wohngeld nicht. Ihr müsst euch an das Wohngeldamt wenden, um herauszufinden, wie viel Wohngeld euch zusteht. Dabei prüft das Wohngeldamt im Gegensatz zum Sozialamt nicht, ob die Wohnungsgröße angemessen ist. Ihr könnt dort wohnen bleiben, wo ihr wohnt und bekommt Unterstützung zur Miete.

Für Grundstücks- und Wohneigentümer gibt es einen Lastenzuschuss. Damit euch das Wohngeld erhalten bleibt, müsst ihr jedes Jahr aufs Neue den Antrag stellen. Der Zuschuss wird nämlich nur für maximal 12 Monate bewilligt. Eure Bedürftigkeit wird dabei geprüft. Diese hängt von der Größe des Haushaltes, dem Mietspiegel des Wohnortes und dem Gesamteinkommen des Haushaltes ab. Dazu zählt auch das Geld eures Ehepartners oder Mitbewohners.

Bei einer Bruttomonatsrente von bis zu 956€ kann Wohngeld beantragt werden. Im ländlichen Bereich ist die Bruttomonatsrente geringer und liegt nur bei 867€. Wichtig bei der Prüfung ist aber eine individuelle Betrachtungsweise, die je nach Anspruch und Fall geprüft wird.

Bei Wohngeld bei Behinderung haben Schwerbehinderte einen Anspruch auf Wohngeld. Sie können sogar mehr Geld bekommen als Menschen ohne Behinderung. Wenn noch ein Pflegegrad auftritt, wird noch einmal mehr ausgezahlt. All dies ist aber wieder individuell gestaltet, sodass der Fall geprüft werden muss.

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Grundsicherung neben der Altersrente

einen Anspruch auf Grundsicherung haben alle Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, bei Erwerbsminderungsrente das 18. Lebensjahr vollendet haben und nicht in der Lage sind, mit eigenen Vermögen ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Angemeldet wird die Grundsicherung neben der Altersrente aber nicht beim Jobcenter, sondern in der Gemeinde oder Stadt. Wer eine vorgezogene Altersrente beantragt, bekommt eine Aufstockung vom Jobcenter. Interessant zu wissen ist auch, dass die Rente nicht versteuert wird, wenn nach Abzug der Steuern die Rente des Betroffenen unter des Harzt IV Niveaus liegen würde.

Rundfunkbeitragsbefreiung

Kleinvieh macht auch Mist, sagt man so schön. Wer nicht monatlich 17,50 Euro zahlen muss, merkt es. Wenn eure Rente nicht reicht, habt ihr die Möglichkeit, euch befreien zu lassen oder einen ermäßigten Betrag zu zahlen.

Anspruch auf eine Gebührenbefreiung hat derjenige, der Grundsicherung oder Sozialhilfe im Alter bekommt. Auch wenn die Grundsicherungsauszahlung nur sehr gering ist, werdet ihr von den Rundfunkbeiträgen befreit, wenn ihr einen Antrag dazu stellt. Es lohnt sich also auf jeden Fall.

Die Gebühren entfallen dann ab dem Monat der Antragsstellung. Wenn euer Antrag auf Grundsicherung scheitert, weil ihr ein paar Euros zu viel habt, könnt ihr trotzdem auf Befreiung vom Rundfunkbeitrag pochen. Ihr müsst dafür nur nachweisen, dass der Auftrag knapp gescheitert ist.

Schwerbehinderte mit einem Merkzeichen RF zahlen übrigens nur einen reduzierten Betrag von 5,80 € pro Monat, wenn sie den Antrag dazu einreichen. Für Taubblinde ist eine komplette Befreiung möglich.

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In der Rente arbeiten?

Viele Senioren polstern ihre Rente durch zusätzliche Arbeit auf. Vielen geht es dabei nicht zwangsläufig um Geld, sondern um eine Beschäftigung. Auch im Alter wollen sie aktiv sein und nicht bloß Zuhause ihre Zeit absitzen.

Auch wenn ihr einen Betrag über 1.000 Euro dazuverdient, interessiert es die Rentenkasse nicht. Die Rentenkasse muss darüber nicht informiert werden. Wer das reguläre Rentenalter erreicht hat, braucht sich nicht melden, dass er noch etwas dazu verdient.

Wer also derzeit über 65 und sieben Monate alt ist, darf zu seiner Rente dazuverdienen, was er möchte. Die Rente wird trotzdem komplett ausbezahlt.

Vorteilhafter ist es allerdings, wenn der Rentenantrag aufgehoben wird, wenn ihr sowieso wisst, dass ihr noch arbeiten wollt. Für jeden Monat Rentenaufschub gibt es ein Rentenplus von 0,5 Prozent. Wer dabei zusätzlich noch Rentenversicherungsbeiträge bei der Weiterbeschäftigung zahlt, bekommt später noch mehr heraus. Dafür müsst ihr nicht viel verdienen. Ein Mini-Job reicht schon aus.